Trockene oder feuchte AMD: der Unterschied
AMD ist nicht gleich AMD. Es gibt zwei Formen, die trockene und die feuchte. Sie unterscheiden sich darin, was im Auge geschieht, wie schnell sie verlaufen und wie sie behandelt werden. Beide Formen zu kennen hilft Ihnen, Warnzeichen richtig einzuordnen.
- Die trockene AMD ist häufiger und verläuft meist langsam.
- Bei der feuchten AMD wachsen undichte Blutgefäße in die Netzhaut ein.
- Die feuchte Form schreitet oft schnell voran, ist aber behandelbar.
- Aus einer trockenen kann eine feuchte AMD werden, deshalb sind Kontrollen wichtig.
Wo ist der Unterschied?
Beide Formen beginnen mit den Veränderungen der trockenen AMD, mit Drusen und einem langsamen Abbau von Zellen. Bei der feuchten AMD kommt ein zusätzlicher Vorgang hinzu. Es bilden sich neue, undichte Blutgefäße unter der Netzhaut. Aus ihnen tritt Flüssigkeit aus, und die Netzhaut schwillt an. Das erklärt den Namen. Die folgende Übersicht stellt die wichtigsten Unterschiede gegenüber.
| Merkmal | Trockene AMD | Feuchte AMD |
|---|---|---|
| Häufigkeit | häufigste Form | seltener |
| Vorgang im Auge | Drusen und langsamer Zellabbau | undichte, neu gebildete Gefäße mit Flüssigkeit |
| Verlauf | meist langsam über Jahre | oft rasch, innerhalb von Wochen |
| Behandlung | Vorbeugung und Verlaufskontrolle | Medikament ins Auge (IVOM) |
| Ziel der Behandlung | Fortschreiten günstig beeinflussen | Sehen stabilisieren, oft verbessern |
Wie kommt es zum Übergang?
Die trockene AMD kann über lange Zeit stabil bleiben. Bei einem Teil der Betroffenen entwickelt sich im Verlauf aber eine feuchte AMD. Wann und ob das geschieht, lässt sich nicht sicher vorhersagen. Genau deshalb ist die trockene AMD keine Erkrankung, die man einfach abwarten sollte. Wer den eigenen Befund regelmäßig kontrollieren lässt, bemerkt einen Übergang früh, und Früherkennung ist bei der feuchten Form der entscheidende Vorteil.
Welche Warnzeichen gibt es?
Ein Übergang in die feuchte AMD kündigt sich oft durch neue Beschwerden an. Achten Sie besonders auf plötzliche Veränderungen:
- Gerade Linien wirken plötzlich wellig oder geknickt.
- In der Bildmitte erscheint ein neuer dunkler oder verschwommener Fleck.
- Das Sehen verschlechtert sich innerhalb weniger Tage spürbar.
Prüfen Sie solche Zeichen mit dem Amsler-Gitter-Test. Bemerken Sie eine plötzliche Veränderung, warten Sie nicht auf den nächsten Routinetermin, sondern suchen Sie zeitnah eine Augenarztpraxis auf.
Wie wird die feuchte AMD behandelt?
Für die feuchte AMD gibt es eine wirksame Behandlung. Dabei werden Medikamente in das Auge gespritzt, die das Wachstum der undichten Gefäße hemmen. Dieser Eingriff heißt intravitreale operative Medikamentengabe, kurz IVOM. Die Behandlung erfolgt unter örtlicher Betäubung und muss in der Regel regelmäßig wiederholt werden. Sie kann das Sehen bei vielen Menschen stabilisieren und in einem Teil der Fälle sogar verbessern. Wichtig ist, früh zu beginnen, denn bereits verlorene Sehkraft lässt sich nur begrenzt zurückgewinnen.
Warum ist Früherkennung entscheidend?
Der Unterschied zwischen den beiden Formen macht deutlich, warum Früherkennung so viel wert ist. Bei der trockenen AMD geht es darum, den Verlauf im Blick zu behalten. Bei der feuchten AMD entscheidet der Zeitpunkt des Behandlungsbeginns oft darüber, wie viel Sehkraft erhalten bleibt. Regelmäßige Kontrollen und die Selbstprüfung zu Hause sind deshalb die wirksamste Handlung, zu der Sie selbst beitragen können. Wie eine Untersuchung abläuft, lesen Sie unter Die Augenuntersuchung.
Quellen
- Bundesministerium für Gesundheit. Altersbedingte Makuladegeneration (AMD). gesund.bund.de
- IQWiG, gesundheitsinformation.de. gesundheitsinformation.de
- PRO RETINA Deutschland e. V. pro-retina.de
- AMD-Netz. amd-netz.de
Diese Seite dient der neutralen, quellenbasierten Information und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei plötzlichen Veränderungen Ihres Sehens wenden Sie sich bitte zeitnah an eine Augenarztpraxis.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen trockener und feuchter AMD?
Bei der trockenen AMD lagern sich Drusen ab und Zellen gehen langsam zugrunde. Bei der feuchten AMD wachsen zusätzlich undichte Blutgefäße in die Netzhaut, aus denen Flüssigkeit austritt. Die feuchte Form ist seltener und schreitet oft schneller voran, sie ist aber behandelbar.
Kann aus einer trockenen AMD eine feuchte werden?
Ja, das ist möglich. Bei einem Teil der Betroffenen geht die trockene Form im Verlauf in eine feuchte über. Deshalb sind regelmäßige Kontrollen und die Selbstprüfung mit dem Amsler-Gitter so wichtig.
Welche Warnzeichen deuten auf eine feuchte AMD hin?
Typisch ist, dass gerade Linien plötzlich wellig oder verbogen erscheinen. Auch ein neuer dunkler Fleck in der Bildmitte oder eine rasche Verschlechterung sind Warnzeichen. Dann sollten Sie zeitnah eine Augenarztpraxis aufsuchen.
Ist die feuchte AMD gefährlicher als die trockene?
Die feuchte AMD kann das Sehen in kurzer Zeit stärker verschlechtern. Anders als bei der trockenen Form gibt es aber eine wirksame Behandlung. Früh erkannt, lässt sich das Sehen oft stabilisieren.